Gelüste während der Schwangerschaft – warum?

Oftmals hört man von Schwangeren, die so komische Sachen wie Eis mit Gurken oder Senf mit Quark als Brotaufstrich bevorzugen. Hinzu kommt nicht selten ein Heißhunger auf Weintrauben oder Pommes.
Manchmal ist es in einer Schwangerschaft aber auch so, dass man den heißgeliebten Kaffee einfach nicht mehr riechen kann oder einem schon bei dem Gedanken an Fleisch schlecht wird.



Nun stellt sich die Frage: sind diese Gelüste Einbildung der Schwangeren, die meinen nun alles in sich reinstopfen zu müssen, weil sie nun eben schwanger sind? Oder gibt es wirkliche Gründe dafür?

Wissenschaftlich konnte bisher nicht geklärt werden, warum es in der Schwangerschaft vermehrt zu solchen Attacken kommen kann. Sicherlich sind die Hormone mit daran schuld, denn sie beeinflussen die zahlreichen Botenstoffe für Appetit- und Sättigungsreize.

Studien konzentrieren sich hierbei auch auf PICA-Erkrankte. Hierbei handelt es sich um eine Appetitstörung, bei der die betroffenen Personen Gelüste auf Erde, Würmer oder Mehl entwickeln. Die Ursache von PICA liegt in einem extremen Eisenmangel, der insofern zu Appetitveränderung führt, dass der Körper Appetit-Botenstoffe nur mit Hilfe von Eisen aufbauen kann.

Schwangere haben einen doppelt so hohen Eisenbedarf wie Nichtschwangere. In den meisten Fällen können Frauen ihren Bedarf an Eisen nicht einmal ohne Schwangerschaft ausreichend decken. Daher ist der Appetit in der Schwangerschaft auf saure Früchte oder Fruchtsäfte doppelt so hoch. Das darin enthaltene Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung.

Werdende Mutter können aber ganz beruhigt sein, diese Anwandlungen von Heißhunger oder ungewöhnlichen Zusammensetzungen sind völlig normal und führt zu keinerlei Schäden für Baby und Mutter.

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